Elternbeitragsrückerstattungskooperationskräche

Ich bin jetzt mal ein bisschen böse. Da gibt es – mal wieder – Ehekrach. Halstarrigkeit wird vorgeworfen und Herzlosigkeit. Worum geht es? Um die Rückerstattung der Elternbeiträge bei Streiks in den Kitas.

Streik in Kitas, also gestreikt wird meines Wissens nur dann wenn es eine Notwendigkeit gibt, also die Erzieher beispielsweise auf ihre Arbeitsbedingungen – ihren Verdienst oder den Personalschlüssel – aufmerksam machen wollen. Die Ressourcen dafür sind öffentliche Gelder – also Steuergelder. Die sich, ganz platt gesagt, auch aus ihren eigenen Steuern und den Steuern der Eltern finanzieren.

Wird gestreikt, zahlt nicht der Arbeitgeber den Verdienst (in dem Falle die Kommune) sondern die so genannte Streikkasse. Diese wird gespeist aus den Mitgliedsbeiträgen der Gewerkschaftsmitglieder. Die Erzieher zahlen also – ganz verkürzt – den Streik selbst.

Nun erhalten in dem Falle logischerweise – ein Streik muss ja bemerkbar sein – nicht die vereinbarte Betreuungsleistung. Sie zahlen also Elternbeiträge und erhalten keine Gegenleistung. Das sorgt verständlicherweise für Ärger. Der Arbeitgeber – die Kommune – muss für die Streiktage kein Gehalt zahlen, das Geld (öffentliche Gelder, wir reden hier nicht über ein Wirtschaftsunternehmen) verbleibt also bei der Kommune. Es verbleibt also im Haushalt der gesamten Stadt ( dazu gehören auch die Eltern, Erzieher, Kinder) denn die ist der Eigentümer. Keine Verwaltung, kein Rathaus, kein Finanzbürgermeister. Ob die Formulierung „die Stadt spart Geld“ angemessen ist?

Jetzt gibt es die Forderung der Rückerstattung der Elternbeiträge – auch für Geringverdiener, die keine Elternbeiträge zahlen. Immer wieder geäußertes Argument: der Streik soll „der Stadt“ weh tun und nicht den Eltern. Nun – wer aber ist „die Stadt“, dieses beliebte Feindbild? Was ist mit einem weit gehenden Beschluss zur Rückerstattung der Elternbeiträge gewonnen?

Wenn man böse ist – und das wollte ich ja wie eingangs gedroht auch sein – dann heißt das jetzt erstens:

die Erzieher zahlen für ihren Streik doppelt. Sie zahlen Steuern und sie zahlen in die Streikkasse. Die Elternbeiträge haben nebenbei gesagt nur mittelbar etwas mit dem Verdienst der Erzieher zu tun. Erzieher von städtischen Kindergärten werden nach Tarifvertrag TVÖD bezahlt und die Verhandlungen finden nicht auf städtischer Ebene statt.

Und Zweitens:

Die Streiks tun weniger weh. Die Eltern bekommen ja das Geld zurück (und dann ist alles gut?!) „Der Stadt“ tun die Rückerstattungen und damit die Streiks deshalb nicht mehr weh. Es gibt nämlich nicht „die Stadt“ als Wirtschaftsunternehmen, als Konzern.  Die städtischen Mitarbeiter sind im öffentlichen Dienst, werden nach Tarif bezahlt, der städtische Haushalt speist sich aus Steuereinnahmen, Zuschüssen und anderen Einnahmen und wenn eine Stadt Gewinn macht, dann hat keine Einzelperson, kein Bürgermeister, kein Kämmerer etwas davon. Sondern dann wird das Geld für Dinge ausgegeben, die der Stadt, das sind etwas mehr als eine halbe Million Einwohner, zugute kommen. Und über jede Geldausgabe entscheidet der Stadtrat.

Vielleicht wäre es insgesamt sinnvoller, sich über Protestformen Gedanken zu machen, die da treffen wo getroffen werden muss. Und vielleicht wird irgendwann mal deutlich dass dieses von Kommunalpolitikern immer wieder aufgerufene Feindbild „die Stadt“ billigster Populismus ist. Eigentlich sollten Erzieher und Eltern sich doch solidarisch verhalten. Eigentlich ist doch die Beitragsrückerstattung nicht das Problem, sondern die Streiks. Die eine Ursache haben – und DIE ist das Problem!

Die Elternbetriagsrückerstattungskooperationskräche sind hier nicht hilfreich. Sie ändern nichts am Problem der Elternbeiträge und sie ändern nichts am Problem der Landeszuschüsse und nichts an Tarifverträgen. Und die sind doch das eigentliche Problem. Alles andere ist Wahlkampfrauschen.

Eine Lösung? Nun, für 10 Euro am Tage bekommt man keinen Babysitter. Man könnte aber für den Fall der Streiks über die Stadt verteilt so genannte Streikkitas einrichten. Die dann die Betreuung im Fall der Fälle gewährleisten (finanziert aus den „gesparten“ Mitteln) – darum geht es ja bei den Eltern, es geht ja nicht darum Geld zu sparen (Elternbeiträge) sondern es geht doch darum dass das Kind betreut werden muss. Moment – das wäre Streikbruch, bei Gewerkschaften verpönt… Wie wäre es wenn Eltern für eine vernünftige Personalausstattung und einen vernünftigen Verdienst auf die Straße gehen? Wie wäre es wenn der Stadtrat Beitragsfreiheit beschließt? Mit allen Konsequenzen natürlich?

Kindertagesstätten sind keine Dienstleistungseinrichtungen sondern wir reden hier über Bildung. Eltern sind keine Dienstleistungskunden und Kinder schon gar nicht. Dieser Ansatz hat aber Konsequenzen und zwar weit reichende.

Der Ossi – ein Wutbürger?

Es gibt so viele Erklärungsversuche. Viele allerdings vorurteilsbehaftet und das ist ein Problem. Verhalten zu verstehen setzt Vorurteilsfreiheit voraus und die gibt es nicht. Es ist zuviel Politik im Spiel und zu viel Ideologie.

Der Ossi – ein Wutbürger? Wie wäre es mit der These, dass der Ossi schon immer ein Wutbürger war, nur dass sich diese Wut jetzt in einer Weise offenbart, die vor einigen Jahren noch nicht offenbar wurde? Was ist damit gemeint.

Fangen wir mal mit der Bezeichnung Deutsche Demokratische Republik an. Die Bezeichnung war eine Farce. Der Staat war weder demokratisch noch im Wortsinn eine Republik. Und „deutsch“ hatte nach dem Nationalsozialismus die Assoziation nationalistisch in sich. Die DDR war eine Diktatur mit allen Folgen für die Bevölkerung. Psychologischen Folgen. Wie viele der DDR-Bürger haben sich mit „ihrem“ Staat den wirklich identifiziert? Opportunismus – und den gibt es heute so wie es ihn damals gab, mag man moralisch verdammen, dennoch gibt es ihn, aber Opportunismus bedeutet weder Identifikation noch Loyalität. Man hat sich arrangiert. So wie sich Menschen immer arrangieren und versuchen ihr Leben so gut wie möglich zu leben. Wer hier Luft zieht – verstehen, nicht Verständnis haben!

Der „gelernte DDR-Bürger“ wusste, dass die Staats- und Parteiführung nicht immer recht hatte auch wenn es Lieder gab, die genau das besangen. Dass es nicht die besten aller Menschen waren und dass sie sich ein anderes insbesondere materiell besseres leben erlaubten als die Menschen, die sie diktierten.  Misstrauen gegen „die da oben“, gegen den Staat, gegen Parteien, das haben die Menschen in der DDR gelernt. Durch eigenes Erleben, durch die Eltern, die Schule, Bekannte, Freunde.  Hinzu kommt noch die Nachkriegsgeschichte, die ganze Thematik kalter Krieg zwischen Ost und West.

Diktatur, das heißt, denn Menschen wird vorgeschrieben, wie sie zu leben haben. Welcher Mensch lässt sich gern vorschreiben, wie er zu leben hat? Vor allem wenn die Vorbilder selbst nicht glaubwürdig sind. Unter diesen Verhältnissen zu leben prägt Menschen. Auch geprägt hat den Osten die Wahrnehmung des ganz und gar nicht paradiesischen Westens, wenngleich die Aussicht auf Bananen, Palmen und die Bild so viele verwirrt hat.  Dass der Kapitalismus nicht die erstrebenswerte aller Gesellschaftsordnungen ist, dieses diffuse Wissen gibt es durchaus.

Menschen sind Menschen. Sie brauchen für ihre Identität eine eigene Geschichte. Sie brauchen Anerkennung der Lebensleistung, sie brauchen Wertschätzung. Das alles wissen wir heute, besser gesagt propagieren es. Wir reden über Chancengerechtigkeit, Individualisierung, lehnen Diskriminierung ab, wollen integrieren, inkludieren.

Das hat nach der Wende alles nicht stattgefunden. (Achtung, wer hier Luft zieht und zu, „ja aber“ ansetzt, es geht um das Verstehen und man muss erst Verstehen um vielleicht Ideen zu entwickeln was man tun kann um eine Entwicklung zu ändern). Viele haben sich eine bessere Welt nach der Wende versprochen, was auch immer das für den Einzelnen bedeutete. Für die Einen war es die Freiheit des Geistes, für den Anderen die Freiheit des Reisens oder der Berufswahl. Viele Träume und Wünsche haben sich erfüllt. Viele, sehr viele jedoch nicht und den Ossi unterscheidet vom Wesse etwas Gravierendes: Die Anerkennung der Lebensleistung. Was von der DDR ist noch übrig, anerkennenswert? Ich meine jetzt nicht die politische Seite sondern das was Menschen mit ihrer Arbeit geschaffen haben.  Bestenfalls trifft man das alles in eher lächerlichen Museen. Erinnern wir uns an den Ausverkauf durch die Treuhand. An „Buschzulagen“ und ähnliches. Das hat Nachwirkungen hinterlassen.

Es hat keine Integration stattgefunden. Das ist meine persönliche Diagnose. Und dass sie nicht stattgefunden hat, fällt uns heute auf die Füße. „Die da oben“, denen man nicht vertrauen kann, sind „die da oben geblieben“. Und sie sind es tatsächlich, denn Macht macht etwas mit Menschen und nicht jeder der langjährig in der Politik von sich behauptet hat das Beste zu wollen und durchzusetzen oder was sonst auch immer auf Wahlplakaten steht, hat das tatsächlich getan. In Sachsen vielleicht ganz besonders. Fakt ist leider dass Politiker nach einer gewissen Zeit zur Selbstgefälligkeit neigen. Und dass auch in der Politik Machtmechanismen eine Rolle spielen. Die dann dazu führen, dass Versprechen nicht eingehalten werden, Interessen nicht durchgesetzt, entgegen der eigenen Überzeugung abgestimmt. Der Vertrauensverlust ist ein Fakt – er ist nicht nur nicht neu sondern eine Bestätigung dessen, was „man schon immer wusste“.

Der Irrtum liegt jedoch darin dass es eine AFD anders oder besser machen könnte oder würde. Das zu erkennen könnten die etablierten Parteien helfen, dazu bedürfe es aber zuallererst Selbstkritik. Was NICHT hilft ist belehren. Dagegen ist „der Ossi“ allergisch, er ist genug belehrt worden. Und genug lächerlich gemacht. Da haben leider die Medien – denken wir mal an die Heute-Show – auch ne Aktie dran. Der bisschen minderbemittelte sächselnde Ossi mit dem Dederonbeutel, eine so beliebte Satirefigur.

Wut. Warum so viel Wut. Wut ist nicht rational und die wenigsten Menschen sind rational. Es gibt nun auch das Ding was sich Psyche nennt, trotz Politikwissenschaft. Wut kanalisierte sich früher anders. Da war es wichtig, irgendwelche Ersatzteile zu organisieren. Da gab es die eingeschworene Gemeinschaft mit Freunden, Arbeitskollegen, Familie, die das Wissen einte, dass, was in der Zeitung steht, kann man nicht für bare Münze nehmen. Da gab es Netzwerke um sich gegenseitig zu helfen. Es gab ein diffus-klares Feindbild. Staat, Stasi, Medien, Partei. Eben „die da oben“.

Das ist keine wissenschaftliche Analyse. Überlegungen zu Hypothesen vielleicht. Was würde nun helfen? Wenn wir mal über Integration reden und zwar nicht ideologisierend. Wenn wir versuchen würden zu verstehen. Verstehen heißt nicht, Verständnis zu haben oder alles gut zu heißen oder zu tolerieren. Verstehen ist aber notwendig, auch zu verstehen, was Integration heißt. Integration heißt nicht Eingliederung einer homogenen Gruppe in eine andere homogene Gruppe. Gesellschaft ist nichts statisches und Integration ist ein permanenter Prozess. Dazu gehört auch ein Geschichtsbewusstsein. Und unsere Geschichte sollten wir nochmal aufarbeiten. Und dringendst politische Bildung betreiben. Das meint, Kindern und Jugendlichen zu zeigen was Parteien sind, was Machtstrukturen in der Politik sind, wie Menschen von Machtstrukturen beeinflusst werden können. Nicht um Misstrauen zu schüren. Sondern weil das Verstehen von Verhältnissen und Mechanismen hilft, mit ihnen zu arbeiten und sie besser zu machen.

 

 

Euphemismen

Ein Zitat aus einem Zeitungsartikel. Nur so gespickt mit Euphemismen. Worum geht es? Um Fachkräftemangel. Lesen wir einmal:

Die Bundesagentur für Arbeit kommt in einer aktuellen Analyse zu dem Ergebnis, dass ein deutschlandweit flächendeckender Fachkräftemangel etwa bei Ingenieuren, Spezialisten im Hoch- und Tiefbau, in der Gesundheitsbranche und Krankenpflege sowie bei Softwareexperten
erkennbar sei. Sachsens oberster Arbeitsvermittler räumt ein, „in ausgewählten Berufen” sei zu spüren, dass es kaum noch Experten gebe. Dazu gehörten Altenpfleger, Elektriker und Mechatroniker. In Thüringen fehlt es laut Arbeitsagentur auch an Fachkräften in der Metallverarbeitung und bei Fein- und Werkzeugtechnikern.

Ohne Zweifel: Menschen, die in der Altenpflege arbeiten oder in der Krankenpflege, die als Zerspaner oder Mechatroniker ihr Geld verdienen – oder als Hausmeister äh facility manager, sie sind Experten und sie haben wichtige Jobs. Euphemistisch sind die Bezeichnungen aber wenn Arbeitsagentur oder Wirtschaft mit dem großen Jammern anfangen, aber allemal. Um welche Arbeitsplätze geht es denn eigentlich? Wie wäre es, einmal die Übersicht der Stellen zu veröffentlichen, um die es geht? Dann käme man der Lösung vielleicht ein wenig näher. Lösung heißt in dem Falle nicht eine Bewerberflut. Sondern eine Diskussion über den Wert von Arbeit vielleicht. Und noch ein wenig darüber hinaus. Was mich nur immer ein wenig wundert ist, warum nie danach gefragt wird udn das wird es offenbar nicht, sondern da gab es offenbar eine schöne Pressemitteilung mit einer großen Zahl und das wird dann auch gleich der Aufmacher.

Kulturhauptstadt.

Kulturhauptstadt

capital of culture

cultural capital

kulturelles Kapital

Habitus

Milieu

Die feinen Unterschiede

Assoziationen, was Kulturhauptstadt mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu tun hat. Oder: Warum  eine Bewerbung zur Kulturhauptstadt eine ziemlich revolutionäre Sache ist und so gar nichts mit Barock zu tun haben muss.

Bauerhofspiele und Manager der Zunkunft

Ein Bauernhofspiel als Instrument der Entrepeneurship Education. Ich stelle mal sehr verkürzt etwas vor, was als Fallstudie und wissenschaftliche Literatur verkauft wird. (Und muss zugeben, ich verliere langsam den Glauben an Wissenschaft. Ich hätte nie was mit Bildung studieren sollen …)

Also: Nehmen wir ein Bauernhofspiel. Man unterzieht nun dieses Bauernhofspiel einer qualitativen Untersuchung und schaut, was könnte da bildungsinhaltlich gegeben sein. Man kann da wirklich viel finden … Natürlich, da geht es um Strategien. Und dann schaut man sich an, wie sind die Nutzerstatistiken, wie oft und wie lang wird gespielt und wie erfolgreich sind die Nutzer. Wieviel Geld verdienen sie als Spieler.

Dann schaue ich mir an, wie viel Geld wird so für Nachhilfe ausgegeben, für Lernsoftware und so weiter, ergänze mit Zahlen, Daten und Fakten zur wirtschaftlichen Bildung und komme zum Schluss: Bauerhofspiel works!

Bingo, so einfach ist das.

So einfach ist es eben nicht. Wirtschaftswissenschatler sollten die Finger von der Bildung lassen.

Ich verwalte, Du verwaltest (oder warum ich froh bin dass Freitag ist)

Ich ahne womit in einer Verwaltung gefühlte 60% an Arbeitszeit(bescheiden geschätzt) eingespart werden könnten. Gefühlte 60% (manchmal auch mehr) an Zeit (und unzählige gerissene Geduldsfäden und verschwendetes Nervengewebe) gehen drauf wenn Aufgabe zu bewältigen, etwas zu tun, ein Problem zu lösen ist, nicht für die Bewältigung, die Tat oder die Lösung – sondern um die Frage wer dafür eigentlich zuständig wäre, etwas nicht getan hat und infolgedessen nun diese Aufgabe, die Frage oder das Problem steht oder welche Vorschrift dagegen spricht.

Und ich frage mich, woher kommt das. Sind es die Arbeitsjahre in einer Verwaltung gepaart mit Frustration weil die eigene Leistung nie wirklich anerkannt wurde (oder man sich nicht anerkannt fühlt)? Ist es profane Faulheit? Angst? Verunsicherung? Oder ein paar Jahre mehr solche Tage wie heute mit der Folge dass man sich irgendwann auch in der Haltung verschanzt, Hauptsache nicht ich.

Optimist oder Realist. Ich war ja mal optimistisch zu glauben, man könne eine Kultur einer Organisation verändern – gezielt verändern. Der Soziologe in mir sagt, Vergiss es. Organisationen haben ein ziemliches Beharrungsvermögen. Und Verwaltungen „leben“ genau von den Fragen, wer ist zuständig, wer hat (möglicherweise) einen Fehler gemacht und welche Vorschrift spricht dagegen. Denn wenn eine dieser Fragen mit Null beantwortet wird, also noch keine Zuständigkeit geregelt, niemand einen (nachweislichen) Fehler gemacht im Sinne eines Verstoßes oder es gibt nichts, was dagegen spricht (und das kann ja nun weißgott nicht sein), jubelt die Verwaltung. Man kann Zuständigkeiten regeln, eine neue Verfahrensvorschrift einführen (damit etwas da ist wogegen eventuell jemand verstoßen haben könnte) oder einen stichhaltigen Grund finden der dagegen spricht.

Ich freue mich auf Montag.

Rezensiert – für den Grusswortratgeber

Wie geht ungeschickt?

Nehmen wir zum Beispiel mal an es geht um eine Schule. Eine neue Schule. Eine große Schule. Da wird ein Grundstein gelegt, es werden Kinder und Lehrer da sein die schon diese Schule „sind“. Um deren Haus geht es. Vielleicht gab es zu Beginn Schwierigkeiten, die gibt es oft wenn man baut und je größer das Projekt, desto größer sind manchmal die Schwierigkeiten. Da gibt es Grundstückstthemen, müssen die Umweltbelange berücksichtigt werden, schön soll es sein und nicht zu laut. Das kann dauern. Das ist aber kein böser Wille irgendeiner höheren Macht, da kämpft auch niemand gegen Windmühlen, da waren nur Lösungen zu finden. Nun hat aber nicht jeder, der eine Lösung gefunden zu haben glaubt, tatsächlich die Lösung. Wer keine Verantwortung für einen bestimmten Bereich, nehmen wir mal an Brandschutz oder Umweltschutz trägt, der kann leicht sagen, macht doch einfach mal. Bei 75 Millionen ist es auch angeraten, genau zu überlegen, was man da bauen will.

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Reden ist …

Heut hab ich beschlossen, es gibt irgendwann mal ein Buch von und über Grußworte. Mit meiner Sammlung gehörter Grussworte selbstverständlich. Zum Hören -und vergleichen – habe ich ziemlich oft die Gelegenheit. Es gibt solche und solche und wie immer im Leben gibt es die Geschichte dahinter und davor oder zwischen den Zeilen.

Deshalb werde ich die auch sortieren. Nach den bewährten Känguru Rubriken geordnet. Witzig und nicht witzig. Und mit Kommentaren zum Hintergrund, der die Sortierung verstehen hilft.

Vielleicht bastle ich ja auch einen Ratgeber für Grußworte. Kam mir heute so in den Sinn. Der enthielte auch eine Warnung vor einem  Zuviel an Selbstlob und Selbstbezug. Das kann ins Auge gehen und eine gegenteilige Wirkung erzielen. Zuallererst steht immer die Frage, zu wem soll gesprochen werden. Ein Grußwort ist kein Selbstgespräch.

Ich musst ja

so abstimmen. So äußerte sich mal eine Stadträtin vor nicht allzu langer Zeit in einer nicht allzu fernen Stadt in einem nicht allzu großen Tale an einem nicht allzu kleinen Fluss. Ein trauriger Versuch der Rechtfertigung. Ich musste ja…. oder du kennst doch die Fraktion/Partei/Kreisverband. Lässt sich beliebig austauschen. Keine Ahnung wie oft ich diesen Satz in verschiedensten Variationen schon gehört habe, hören musste.

Halten wir mal fest: niemand, aber auch niemand ist in diesem Land gezwungen, sich gegen seine Überzeugung zu verhalten oder anders abzustimmen. Niemand in diesem Land ist gezwungen die Klappe zu halten wenn jemand, egal ob Fraktionsmitglied, Parteivorsitzender oder ähnliches ein Verhalten an den Tag legt, was nennen wir es mal problematisch ist. Theoretisch. Praktisch ist es aber so, dass in Parteien und Fraktionen recht machtvolle Mechanismen existieren. Die führen nicht nur zu dem absurd erscheinenden beschriebenen Phänomen, sonder auch dazu dass das Vertrauen in „die Politik“ sinkt.

„Die da oben“ sind übrigens auch ein typisches Feindbild innerhalb der Politik. Für eine Stadtratsfraktion ist das der Kreisverband oder die Landespartei oder die Vorstände. Für einen Ortsverband der Kreisvorstand und ganz manchmal führt die Tatsache, dass aus Angst vor Ansehensverlust oder Machtverlust oder sonstigen Dingen Konflikte ignoriert, umgangen und nicht geklärt werden dazu, dass sich die einen sich um nichts streiten und lächerlich machen und sich bei den anderen eine hässliche Gesinnungsfratze zeigt. Helfen tut das niemanden, es trägt nur dazu bei dass die, die am wenigsten Lösungen und Ideen für eine gute Zikunft haben, weiter erfolgreich  den Rattenfänger von Hameln spielen.

Veränderungen

Ein leeres Zimmer. Ich hatte ja gedacht, ich krieg das hin. Locker bleiben und so. Aber nun, vor meinem geistigen Auge taucht ein Foto auf und es verschwindet nicht. Ein weinender kleiner Junge, untröstlich. Mit Bäckerschürze, Plätzchen waren dran in der Kinderkrippe. Aber die interessierten nicht. Er wollte sich einfach nicht dran gewöhnen, sie wollte nicht enden, diese Eingewöhnungsphase. All die Sprüche, all die guten Ratschläge. All die Ermahnungen, das Kind muss in die Krippe, mach den Studium zu Ende.  Irgendwie exemplarisch. Immer dieser Zwiespalt. Im Seminar in Soziologie geht es um Selbstverwirklung. Und siebzehn Uhr macht die Krippe zu. Zeitraffer. Wo ist die Zeit hin. All die vertane Zeit. Ich würde heut vieles anders machen. Bei der Elternratswahl aus dem Fenster gucken. Fraktionen nur aus der Zeitung kennen.  Und die Plätzchen mit dem Kind selber backen.

Nun beginnt meine Eingewöhnungsphase. Loslassen ist gar nicht so leicht.