Eine Fabel.

Hase und Igel rennen um die Wette und der Wolf sitzt am Feldrand und feixt und wartet und wartet und wartet. Irgendwann werden Hase und Igel und Igelfrau sich gegenseitig müde gemacht haben und er braucht so gar nichts dazu zu tun. Außer warten und zusehen.

Da muss mal jemand …

“ Da muss mal jemand eine Entscheidung treffen“. Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört, öfter noch personalisiert abgewandelt. Jemand. Soll eine Entscheidung treffen. Oder eine Ansage machen. Festlegen. Durchgreifen. Oder auch eine Lösung finden.

Anfangs irritiert nahm ich solche Sätze zur Kenntnis. Mitnichten von Menschen, deren Position es nicht erlaubt, selbst eine Entscheidung zu treffen. Zu Handeln. Sich zu positionieren. Mitnichten von Menschen, die sonst in Begeisterung ausbrechen, wenn sie auch nur das Gefühl haben, es machte ihnen irgendwer Vorschriften.

Mittlerweile fällt es mir immer schwerer, solche Sätze unkommentiert zu lassen. Dieses Phänomen, was man mit delegierter Verantwortung am besten beschreiben kann und was so viele Widersprüche offenbart.

Irgendwer (nur nicht man selbst) soll entscheiden (und dann verantwortlich gemacht werden können). Irgendjemand (nur nicht man selbst) soll Lösungen finden (damit später die Kritik nicht als Seblbstkritik ausfallen muss?) Irgendjemand soll durchgreifen – und das in einer Gesellschaft, in der in allen Ebenen die demokratische Mitbestimmung gewollt ist und durchregneten verpönt … Ist das wirklich gewollt?

Wie steht es um die eigene Verantwortung? Den eigenen Beitrag?

 

 

 

Das Ding mit der Zivilcourage

Als ich heute morgen zur Arbeit gefahren bin, ahnte ich noch nicht was dieser Tag noch so bringen würde. Erschreckend ist dennoch, wie unwürdig sich Menschen verhalten wenn sie – und das ist meine These, mit ihrem Leben unzufrieden sind, verbittert vielleicht und sich irgend einen Schuldigen dafür suchen. Einen Schuldigen. Und einen Führer, der ihnen ein Heil verspricht was sie nie finden werden.

So haben manche Leute nichts besseres zu tun als schlecht verkleidet mit Trillerpfeifen und Flyern eine Veranstaltung zu stören. Dass manche Menschen nichts besseres zu tun haben als Sonntagvormittags bereits so viel Alkohol zu konsumieren, dass jeglicher Anstand ihnen verloren geht und sie dann andere Menschen unflätig bepöbeln.

Jugendlichen würde man fehlende Erziehung vorwerfen. Die beiden Personen die meinten, mich heute anfassen zu müssen, die Dame, die mir mein Handy aus der Hand schlug, eigentlich tun sie mir leid. Zutiefst leid. Was bringt Menschen dazu, wie verbittert und unglücklich muss man sein, dass es nichts anderes mehr gibt als Verachtung und Hass?

Es macht sprachlos. Und ratlos. Mir ist die Erklärung „rechtsradikal“ nicht genug. Sie greift zu kurz und sie macht es zu einfach. Aber darum geht es mir jetzt nicht. Ich gebe zu es ist beängstigend, vor so aufgeladenen Menschen zu stehen von denen man nichts weiß wie sie im nächsten Moment reagieren. Eines weiß ich aber: Wegschauen ist der falsche Weg. Immer. Es passiert zu oft.