aus Reihe zwei betrachtet

Mahlers Zweite. Die Auferstehungssinfonie. Keine Musikkritik, keine Angst.  Dazu sind andere berufen. Eher Betrachtungen aus Reihe 2.

Man sitzt als Chorist also da vier Sätze lang und schaut und hört zu. Mir geht da immer sehr viel durch den Kopf, auf eines zu konzentrieren fiel und fällt mir seit jeher schwer. Konzerte sind inneres Aufräumen. Unbezahlbar und durch nichts zu ersetzen.

Heute – in einem anderen Konzertsaal. Die beiden Kulturbauten in Dresden so nah zu begleiten wirkt noch nach habe ich festgestellt.  Ich habe mich gefragt, was hätte unsere Bauaufsicht gesagt zu den Fluchtwegen. Der Notbeleuchtung. Und: Wie hat man diesen Saal wohl beschrieben bei seiner Eröffnung 1998. Ich muss mal schauen ob ich noch irgendwo Berichte von der Eröffnung zu finden sind. Denn zugegeben, der Saal und ich, wir werden keine Freunde.

Übrigens: Früher kann es keine Umweltämter oder Arbeitsschutzbeauftragten gegeben haben.  Warum? Naja. Wer die Auferstehung kennt, weiß, bei dieser Sinfonie wird so ziemlich alles aufgefahren was ein Orchester zu bieten hat. Vor allem an Schlaginstrumenten. Hinter der Großen Trommel, Becken und dem Gong zu sitzen garantiert ist auf jeden Fall beeindruckend. Pauken und große Trommeln und Becken wären längst verboten, da bin ich mir sicher,  hätte es früher schon sowas wie Lärmschutz gegeben. Irgendeiner hätte sich beschwert. Zum Glück sind sie es nicht. (Und deshalb halten sich die vor den Becken sitzenden Bläser manchmal die Ohren zu. Schon mal beobachtet?)

Irgendwann hat es die Musik geschafft, der Gedankenmüll ist draußen und den Rest schafft das Singen. Viel zu schnell vorbei, so ein Konzert. Zum Glück gibt es morgen die Wiederholung.