Was vegane Ernährung mit Minimalismus zu tun hat

Nüscht natürlich. Nur dass ich gerade zwei Artikel las. Einen über Minimalismus im Kleiderschrank (Achtung, neuer Trend!) und über vegetarische „Ersatzprodukte“. Ich liebe sowas ja. In meinem Büro steht ein dicker Ordner. Beschriftet mit „Belehrung“. Ich gebe hiermit zu, der steht da und bleibt da stehen, bis ich (vermutlich an meinem letzten Arbeitstag oder so) irgendwann mal Zeit habe, mir diesen Klops zu Gemüte zu führen.

Kurze kommentierte Inhaltsangabe: Frauen haben irgendwas um die 120 Kleidungsstücke im Schrank, trotzdem nie was anzuziehen (ja, das ist logisch. Zu viele Möglichkeiten machen eine Entscheidungsfindung komplexer bis unmöglich – wissenschaftlich erwiesen – und außerdem ist es an manchen Tagen egal, was man an hat, es sieht einfach doof aus.) Eine Designerin (!) die viele schwarze Teile (!) verkauft, findet es schrecklich, dass Teenies gerne zu Primark gehen. (Natürlich gehen sie da hin. Ich erspare es an der Stelle, lanatmig zu erläutern, dass die Pubertät die Zeit ist, in der sich junge Menschen beginnen selbst zu finden. Durch Ausprobieren. Und manchmal brauchen sie dazu viele Kleidungsstücke, Frisurenunfälle und dergleichen.  In gewisser Weise ist Primark auch die Mappmache, die einen Teil sozialer Unterschiede weniger sichtbar macht. Für manche Jugendliche ist das entlastend wenn Primark Trend ist. Dann ist Billigkleidung kein Stigma.  Auch darüber muss man reden. Der Druck, der auf Jugendlichen lastet, ist nämlich immens. Das gehört zu den Widersprüchen unserer Welt. Auch der: Marke garantiert weder faire Produktion noch fairen Handel – hier meine ich nicht das sehr beschränkte Siegel – noch Nachhaltig- oder Umweltfreundlichkeit. Aber: es gibt einen Ratgeber (!) zu kaufen (!) um sich vom allgemeinen Konsumtrend wegzutherapieren. Und die Designerin fände es sicher besser, man würde ihre Kleidungsstücke erwerben. Minimalismus als neuen Konsumtrend. Bis morgen.

Und die Warnung vor vegetarischen Ersatzprodukten. Das ist ungefähr das Niveau der Ernährungsampel und ich frage mich manchmal für wie dämlich wird der Durchschnitt der Bevölkerung gehalten. Wer daran geglaubt hat dass, wenn vegetarisch dran steht, der Inhalt automatisch gesund ist, der glaubt an den Weihnachtsmann und daran, dass Bio kaufen immer nachhaltig und umweltfreundlich ist. In einem Pflanzenaufstrich ist erstmal Öl drin. Fett ist ein Geschmacksträger. Sustanz geben gemahlene Nüsse, Mais etc. Irgendwas muss ja gestrichen werden und Gemüse ist in aller Regel wenig streichfähig – außer Avocado und die ist auch nicht gerade Diät. Salz. Natürlich ist Salz in vielen dieser Produkte – es sollen ja wenig oder keine Geschmacksverstärker drin sein, aber unser Geschmack ist nun auch mal versalzt. (das t ist Absicht). Veganer Käse. Veganen Käse gibt es nicht. Wer sich erinnert an die Fischerstochter – nicht gefahren, nicht gelaufen, nicht bekleidet, nicht nackt, nicht auf dem Land, nicht im Wasser – das gibts nur im Märchen. Wer auf tierische Produkte verzichtet, aber mal so einen Heißhunger auf Leberwurst hat, gehe zum Fleischer seines Vertrauens (und nicht zum Wurtstregal) und hole sich ein kleines Stück. Da freut sich der Biohof und der Gesundheit hat man einen größeren Gefallen getan. Sage ich als Veganer – der zu ganz bestimmten Zeitpunkten Milch, Käse und Joghurt konsumiert. In Tannheim nämlich. Da gibt es ein paar Kühe, deren Milch jeden morgen zu einer bestimmten Molkerei transportiert wird und dann als Joghurt, Käse und Butter zu kaufen ist.