Och nö, Ihr bitte nicht auch noch.

Nach dem Unfall steigt die Angst. Wie sicher sind unsere Busse? Medien sind wie Tanzbären. Reflexartig wird mit Angst als aufmerksamkeitssteigerndem Faktor gearbeitet und man lässt zumindest gefühlt hier genauso wenig Verantwortung und Vernunft walten wie Gaffer auf der Autobahn. Pardon für diese Deutlichkeit.

Wie sicher ist …? Zunächst mal ist nichts sicher im Leben. Niemand kann sich tatsächlich sicher sein, den Abend des Tages, an dem er morgens aufwacht, (unbeschadet) zu erleben. Punkt. Das Leben besteht aus Unwägbarkeiten und Risiken und es ist grundsätzlich alles potentiell fehlerbehaftet. Kann kaputt gehen, die Funktion versagen. Klingt hart? Ja, aber so ist das Leben nun mal. Der Mensch ist glücklicherweise so weit fortgeschritten, dass er einen kleinen Anteil möglicher Risiken weiß oder ahnt. Und dafür Vorsorge trifft, mit verbesserter Technik, mit Sicherheitsbestimmungen. Aber – auch das ist wieder potenetiell fehlerbehaftet und könnte nicht alle Risiken ausschließen. Deswegen gibt es auch immer neue Bestimmungen oder technische Neuerungen. Die – auch das gehört zur Wahrheit, manchmal für ein bestimmtes Risiko die Wahrscheinlichkeit einschränken, vieles andere dann aber auch.

Es gibt kein völlig sicheres Leben. Das größte Risiko aber ist, glauben zu machen, dass es sicher sein könnte.  Das führt nämlich nicht zu mehr Vertrauen und zu einem sichereren Lebensgefühl. Im Gegenteil. Und eine besonnene Ursachenforschung um tatsächlich beispielsweise technische Unfallursachen zu ermitteln und diese dann künftig zu berücksichtigen ist etwas anderes als der mediale Marktplatz der Experten. Das braucht Zeit und Unaufgeregtheit. Es ist etwas anderes als eine Schuldigensuche.